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Praktikumsbericht Isabell Schulze - Volksbank Magdeburg

Praktikumsbericht Isabell Schulze - Volksbank Magdeburg

Mein Erfahrungsbericht zur 2. Praxisphase im Controlling & Risikomanagement bei der Volksbank Magdeburg eG.

Berufsbild

Im Rahmen meiner zweiten Praxisphase habe ich ein Praktikum bei der Volksbank Magdeburg eG absolviert. Eingesetzt war ich als studentische Praktikantin im Controlling. Die Abteilung arbeitet bereichsübergreifend und umfasst neben dem Controlling auch das Rechnungswesen, die Buchhaltung sowie den Zahlungsverkehr und die Kontrolle. Dadurch hatte ich regelmäßig Einblicke in verschiedene bankinterne Prozesse und Schnittstellen.

Mein Aufgabenfeld lag hauptsächlich im Bereich Risikomanagement und Controlling. Ein zentraler Bestandteil meiner Tätigkeit war die Unterstützung bei der Prüfung von Risiken, die vor der Vergabe von Krediten durchgeführt wird. 

Konkret habe ich an der Überprüfung verschiedener Risiko- und Ratingmodelle mitgearbeitet, die für unterschiedliche Kundengruppen eingesetzt werden, etwa für Privatkunden, Firmenkunden, Großunternehmen, Immobilienkunden oder NGOs. Diese Modelle müssen regelmäßig im Rahmen einer Modellinventur auf ihre Angemessenheit und Validität geprüft werden. Ich habe dazu Analysen und Statistiken ausgewertet, Ergebnisse interpretiert, Berichte verfasst und diese anschließend auch vor anderen Abteilungen präsentiert.

Darüber hinaus war ich in strategische Themen eingebunden. Ich habe Recherchen zu externen Einflussfaktoren wie Demografie, wirtschaftlicher Entwicklung, Immobilienmarkt, Wettbewerbern sowie rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen durchgeführt und die Ergebnisse in Berichten zusammengefasst. Diese flossen unter anderem in Lageberichte für den Vorstand ein. Zusätzlich habe ich mich mit gesetzlichen Berichtspflichten im Risikobereich beschäftigt, Berichte für den Aufsichtsrat auf Datenkorrektheit geprüft und Neuerungen des IT-Dienstleisters in Bezug auf Risikomodelle nachvollzogen und aktualisiert.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil meiner Praxisphase war die Mitarbeit an der Einführung der Kryptodienstleistung meinKrypto. In diesem Zusammenhang war ich in den Neu-Produkt-Prozess eingebunden und habe unter anderem am Notifizierungsantrag mitgeschriebn. Dabei habe ich mich intensiv mit den relevanten gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen auseinandergesetzt, insbesondere mit Vorgaben wie den MaRisk und der CRR. Diese Aufgabe hat mir einen praxisnahen Einblick in die regulatorische Bewertung neuer Finanzprodukte gegeben und gezeigt, wie komplex und umfangreich die Abstimmungs- und Prüfprozesse sind, die einer Produkteinführung im Bankenumfeld vorausgehen.

Für diese Tätigkeiten sind vor allem analytisches Denken, ein gutes Zahlenverständnis und eine strukturierte Arbeitsweise wichtig. Außerdem braucht man die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und verständlich aufzubereiten, sowohl schriftlich als auch mündlich.

Vom Studium in die Praxis

Während meines Studiums konnte ich viele theoretische Inhalte in der Praxis anwenden. Inhalte aus dem Controlling und Rechnungswesen waren dabei eine wichtige Grundlage, auch wenn das Studium keine spezifischen Module zum Finanz- oder Bankmanagement umfasst. Besonders hilfreich war das Verständnis für komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge sowie die Fähigkeit, sich selbstständig und strukturiert in neue und anspruchsvolle Themen einzuarbeiten. Im Praktikum zeigte sich das zum Beispiel beim Arbeiten mit umfangreichen Leitfaden- und Methodendokumenten, die teilweise über 150 Seiten umfassten und notwendig waren, um einzelne Analysen und Risikomodelle nachvollziehen zu können. Auch weitere methodische Fähigkeiten, wie strukturiertes Arbeiten, wissenschaftliches Recherchieren und das Aufbereiten von Ergebnissen in Berichten oder Präsentationen, konnte ich direkt nutzen.

Darüber hinaus konnte ich Kompetenzen aus der Teamarbeit direkt einbringen. Viele Aufgaben im Controlling und Risikomanagement erfordern einen übergreifenden Wissensaustausch zwischen verschiedenen Abteilungen. Durch Gruppenarbeiten, Präsentationen und Diskussionen im Studium war ich es bereits gewohnt, Ergebnisse abzustimmen, Rückfragen zu klären und unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Diese Fähigkeit war besonders wichtig bei der Abstimmung von Analysen, bei Präsentationen vor anderen Fachbereichen und im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus angrenzenden Bereichen.

Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass sich viele Dinge erst in der Praxis wirklich erschließen. Dazu zählen vor allem bankinterne Prozesse, der konkrete Umgang mit Risikomodellen, internen IT-Systemen und regulatorischen Anforderungen. Auch das Arbeiten mit realen Daten, die Verantwortung für die inhaltliche Richtigkeit von Berichten sowie das Einhalten von Fristen und formalen Vorgaben sind im Studium nur begrenzt vorhanden.

Rückblickend hätte ich mir im Studium mehr Einblicke in das Bankwesen und insbesondere in das Risikomanagement gewünscht. Hilfreich wären zum Beispiel praxisnahe Fallstudien, eine Einführung in regulatorische Rahmenbedingungen oder ein stärkerer Fokus auf datenbasierte Analysen und Berichtspflichten gewesen. Insgesamt hat mir das Studium jedoch eine solide methodische Grundlage vermittelt, auf der ich während der Praxisphase gut aufbauen konnte.

Persönliches Fazit

Meine zweite Praxisphase bei der Volksbank Magdeburg eG bewerte ich insgesamt sehr positiv. Besonders gefallen hat mir die analytische Denkweise, die sich durch viele Prozesse und Kennzahlenanalysen zieht. Es hat mir Spaß gemacht, mich intensiv in Analysen einzulesen und nicht nur mit Zahlen zu arbeiten, sondern tatsächlich zu verstehen, was hinter diesen steckt und wie sie sinnvoll zu interpretieren sind. Auch die übergreifenden Zusammenhänge im Controlling und die enge Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen fand ich sehr interessant, da man dadurch ein ganzheitliches Bild der Bank und ihrer Steuerung bekommt.

Sehr spannend war für mich zudem der Einblick in das Risikomanagement einer Bank. Von außen nimmt man Banken häufig vor allem über die Kundenberatung wahr, während die umfangreichen Prüfungen, Modelle und Kontrollen im Hintergrund kaum sichtbar sind. Durch das Praktikum habe ich ein deutlich besseres Verständnis dafür bekommen, wie zentral das Risikomanagement für die Stabilität und Entscheidungsfindung einer Bank ist und wie viel Arbeit und Verantwortung damit verbunden sind.

Auch empfand ich das Arbeitsklima als sehr angenehm. Innerhalb der Abteilung habe ich das Miteinander als sehr harmonisch, offen und respektvoll erlebt. Ich habe mich von Anfang an gut aufgenommen und in die Abläufe integriert gefühlt, ohne spürbare soziale Spannungen. Auch das Verhältnis zu meiner Vorgesetzten war sehr positiv. Ich hatte das Gefühl, einen tatsächlichen produktiven Einfluss zu haben und sinnvolle, verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen. Diese Wahrnehmung wurde mir auch im Abschlussgespräch bestätigt, in dem mir Wertschätzung für meine Leistung entgegengebracht wurde. Aus dieser positiven Erfahrung heraus hat sich schließlich sogar eine weiterführende Zusammenarbeit ergeben, da ich im Anschluss an das Praktikum einen Nebenjob neben meinem geplanten Masterstudium aufnehmen werde.

Fotostrecke Atmosphäre und Arbeitsweg

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Ein Projekt von

Fachgruppe

Nachhaltige BWL BA

Art des Projekts

Praxiserfahrung

Betreuer_in

foto: Prof. Dr. Beate von Velsen

Zugehöriger Workspace

NBWL / 04 Praxisphase 2 (im 7.Semester)

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2025 / 2026