Über mich- Die Reisende
Ich bin Roxana Gießler, 32 Jahre alt und studiere Digital Business Management im Master. Mein akademischer Weg begann bereits zuvor mit einem berufsbegleitenden Bachelor of Arts in Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Beruflich bin ich als Anforderungsmanagerin bei der AOK Sachsen-Anhalt tätig. Meine Ausbildung habe ich dort als Sozialversicherungsfachangestellte abgeschlossen.
Neben Studium und Beruf spiele ich in meiner Freizeit leidenschaftlich gern Volleyball. Zudem engagiere ich mich als Abteilungsleiterin beim SV Zörbig und als Jugendtrainerin, wodurch für mich besonders Teamgeist, Verantwortung und Zuverlässigkeit eine große Rolle spielen. Auch das Reisen gehört zu meinen Interessen, denn neue Orte, Eindrücke und Perspektiven inspirieren mich immer wieder aufs Neue.
Warum ich das Masterstudium begonnen habe? Für mich ist es wie eine Weltreise: Man entdeckt Neues, entwickelt sich weiter und sammelt Erfahrungen, die einen prägen. Ich möchte Chancen nutzen, mich fachlich und persönlich weiterentwickeln und später nicht sagen müssen: „Hätte ich mal …“.
Das Masterstudium Digital Business Management bereitet mich interdisziplinär auf zukünftige Aufgaben in Management, Beratung und Führung vor. Durch die Verbindung von Selbststudium und Präsenzphasen kann ich mein Studium flexibel mit meinem Lebensalltag verbinden. Das E-Portfolio unterstützt mich dabei, meinen Lernfortschritt zu dokumentieren, Kompetenzen sichtbar zu machen und meine Entwicklung über die gesamte Reise hinweg festzuhalten.
Exploration / Strukturierung
„Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“ – Augustinus Aurelius
Mit diesem Gedanken beginnt meine Reise durch das E-Portfolio. Mein Studium war für mich wie eine Entdeckungsreise, auf der ich mich fachlich und persönlich weiterentwickeln, Neues kennenlernen und bereits vorhandene Fähigkeiten gezielt einsetzen konnte. Mein Studienweg im Bereich Digital Business Management lässt sich als Reise durch sechs Kontinente darstellen. Jeder Kontinent steht für ein Semester und zugleich für einen bestimmten Entwicklungsabschnitt mit eigenen Herausforderungen, Lernzielen und Schwerpunkten. Die Reihenfolge der Kontinente spiegelt dabei meinen persönlichen Lern- und Kompetenzaufbau wider: vom Fundament über intensive Arbeitsphasen bis hin zur Vertiefung und abschließenden Masterarbeit.
Die Weltkarte auf der Titelseite ist bewusst als Rubbellogik gestaltet. Die Kontinente und Module werden nach und nach freigerubbelt, sodass sich mein Studienweg Schritt für Schritt sichtbar entfaltet. Damit wird die Entwicklung nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell erlebbar. Die unterschiedlichen Größen der Module und Länder stehen dabei sinnbildlich für den jeweiligen Aufwand, den ich in die einzelnen Inhalte investieren musste, sowie für die Zeit, die ich benötigt habe, um sie zu „bereisen“. Größere Elemente markieren besonders intensive oder prägende Lernphasen, während kleinere Stationen kürzere oder weniger komplexe Abschnitte darstellen.
Zur Orientierung habe ich die Reise visuell strukturiert. Unterschiedliche Farben und Größen unterstützen dabei die Bedeutung der einzelnen Stationen. So werden wichtige Meilensteine hervorgehoben, während prägende Lernphasen besonders sichtbar gemacht werden. Die grafische Gestaltung macht deutlich, dass Kompetenzentwicklung kein geradliniger Prozess ist, sondern sich Schritt für Schritt aus Erfahrungen, Reflexion und neuer Anwendung zusammensetzt.
Am unteren Rand der Bucketlist befindet sich außerdem eine Sternbewertung des jeweiligen Moduls. Diese spiegelt meine Leistungen im Semester wider und kann zugleich Hinweise auf die Intensität und Qualität meines Erkenntniserwerbs geben. Sie dient damit nicht nur als zusätzliche visuelle Orientierung, sondern macht auch sichtbar, wie erfolgreich ich mich mit den jeweiligen Inhalten auseinandergesetzt habe.
Jeder Kontinent erhält dabei eine eigene Bedeutung im Verlauf meines Studiums:
1. Semester Europa: Europa steht für das Fundament, den Ursprung und die bekannten Systeme. Hier konnte ich mein Vorwissen aus dem Bachelor und aus bisherigen Erfahrungen einbringen. Dieses Semester bildet den Startpunkt meiner Reise und schafft Orientierung für alles Weitere.
2. Semester Afrika: Afrika symbolisiert für mich Zusammenhalt, Ressourcenbewusstsein und kreative Lösungsansätze. In diesem Abschnitt standen insbesondere Gruppenprojekte, interdisziplinäre Zusammenarbeit und soziale Lernformen im Mittelpunkt. Gleichzeitig habe ich meine Rolle in Gruppen reflektiert und gelernt, mit begrenzten Ressourcen wie Zeit oder Materialien konstruktiv umzugehen. Afrika steht für Tiefe, Kern und Transformation.
3. Semester Asien: Asien passt für mich zu einem intensiven und fordernden Semester mit hoher Dynamik, vielen Aufgaben und internationalen Perspektiven. Besonders das internationale Forschungsprojekt hat diesen Abschnitt geprägt. Hier ging es darum, komplexe Anforderungen zu bewältigen, flexibel zu reagieren und mich schnell an neue Situationen anzupassen.
4. Semester Nordamerika: Nordamerika verbinde ich mit Technik, Fortschritt und Weitblick. Dieses Semester war geprägt von Zukunftsthemen, Berufsvorbereitung und zunehmender Professionalisierung. Der Austausch mit Praxispartnern, eigenverantwortliches Arbeiten auf höherem Niveau und die Entwicklung einer Perspektive für die Zeit nach dem Studium standen hier im Vordergrund.
5. Semester Südamerika: Südamerika steht für Energie, Bewegung und Aufbruch. Dieses Semester war von neuen Projekten, Mut zum Ausprobieren und ersten eigenen kreativen Ideen geprägt. Praxisprojekte, neue Methoden wie digitales Lernen und persönliche Fortschritte machten diesen Abschnitt lebendig und entwicklungsstark.
6. Semester Australien/Ozeanien: Australien/Ozeanien steht für Vertiefung, Anwendung und die Königsdisziplin. Hier komme ich mit bereits erworbenen Kompetenzen an einen Punkt, an dem ich mein Wissen gezielt einsetze, selbstständig arbeite und die Masterarbeit als Höhepunkt meiner Reise abschließe. Dieses Semester verbindet Ruhe, Fokus und die bewusste Umsetzung meines bisherigen Lernwegs.
Kompetenzen vor dem Studium
Bevor meine Reise durch das Studium begann, habe ich meinen Kompetenzkoffer gepackt. Dieser Koffer steht sinnbildlich für all jene Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse, die ich bereits vor dem Masterstudium erworben habe und die mich auf meinem Weg begleiten. Dazu zählen sowohl Kompetenzen aus meiner Ausbildung, meinem beruflichen Alltag als auch aus meinem bisherigen Bachelorstudium. Sie bilden die Grundlage, auf der ich im Master aufbauen konnte.
Vor Beginn meines Masterstudiums konnte ich bereits auf einen vielseitigen Erfahrungs- und Kompetenzhintergrund zurückblicken. Durch meine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten sowie meine berufliche Tätigkeit als Anforderungsmanagerin bei der AOK Sachsen-Anhalt habe ich früh gelernt, strukturiert zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und mich in komplexe Aufgabenstellungen einzuarbeiten. Darüber hinaus konnte ich im berufsbegleitenden Bachelorstudium Betriebswirtschaftslehre mein fachliches Wissen erweitern und akademisches Arbeiten einüben.
Auch außerhalb von Studium und Beruf habe ich wichtige Kompetenzen entwickelt. Durch mein Engagement als Abteilungsleiterin und Jugendtrainerin beim SV Zörbig sind Teamgeist, Kommunikation, Organisation und Führungsverantwortung feste Bestandteile meines Alltags geworden. Das Volleyballspielen selbst hat zusätzlich meine Belastbarkeit, Disziplin und Kooperationsfähigkeit gestärkt. Diese Kompetenzen waren eine wichtige Ausstattung für meine Reise durch das Masterstudium und haben mir geholfen, neue Inhalte schneller zu verstehen, mit Herausforderungen umzugehen und mich weiterzuentwickeln.
Kompetenzerwerb während des Studiums?
Ein wichtiger Teil meiner Reise ist die Bucketlist an Kompetenzen, die ich mir für mein Studium vorgenommen habe. Sie zeigt, welche Fähigkeiten, Kenntnisse und Entwicklungen ich im Verlauf meines Masterstudiums aufbauen und weiterentwickeln möchte. Dabei geht es nicht nur um fachliches Wissen, sondern auch um methodische, soziale und persönliche Kompetenzen, die mich auf meinem weiteren beruflichen und akademischen Weg stärken.
Zu meinen Zielen gehört es, eine Programmiersprache zu erlernen und ein besseres Verständnis für Künstliche Intelligenz zu entwickeln. Darüber hinaus möchte ich meine analytischen Fähigkeiten ausbauen, digitale Zusammenhänge besser verstehen und lernen, technische Themen strukturiert zu bearbeiten. Ebenso wichtig sind für mich Kompetenzen wie eigenständiges Arbeiten, Problemlösungsfähigkeit, wissenschaftliches Denken und der sichere Umgang mit neuen digitalen Werkzeugen.
Die Bucketlist ist bewusst so gestaltet, dass ich am Ende jedes Moduls und jedes Semesters einzelne Kompetenzen abhaken kann. Dadurch wird mein Lernfortschritt sichtbar und mein Weg durch das Studium greifbarer. Jeder Haken steht für eine erreichte Etappe, für neues Wissen oder eine neu entwickelte Fähigkeit. So wird meine persönliche Entwicklung nicht nur reflektiert, sondern auch visuell festgehalten.
Die Idee hinter dieser Darstellung ist, meine Kompetenzentwicklung wie eine Reise zu zeigen: Am Anfang steht eine Liste mit Zielen, und mit jedem Semester füllt sich mein Koffer an Erfahrungen. Am Ende entsteht so ein klares Bild davon, welche Kompetenzen ich im Studium gewonnen habe und wie ich mich Schritt für Schritt weiterentwickelt habe.
- Eine Programmiersprache erlernen.
- Grundlagen von Künstlicher Intelligenz verstehen.
- Digitale Tools und Software sicher anwenden.
- Analytisch und lösungsorientiert denken.
- Wissenschaftlich arbeiten und Ergebnisse strukturieren.
- Projekte selbstständig planen und umsetzen.
- Im Team professionell zusammenarbeiten.
- Kommunikation und Feedback verbessern.
- Eigene Stärken und Schwächen reflektieren.
- Komplexe Probleme systematisch bearbeiten.
1. Semester WS 2024/25
Europa steht für das Fundament, den Ursprung und die bekannten Systeme. In diesem Semester konnte ich mein Vorwissen aus dem Bachelor sowie aus bisherigen Erfahrungen einbringen und weiter ausbauen. Mit den Modulen D02 Forschungsmethoden, D05 Recht im Digitalen Business und D06 Teamentwicklung, Leadership legte ich den Startpunkt meiner Reise und gewann eine wichtige Orientierung für alles Weitere. Besonders dieses erste Semester half mir dabei, zentrale Grundlagen zu festigen und erste fachliche Verbindungen zwischen den Inhalten herzustellen.
D02 Forschungsmethoden
In diesem Modul stand mein Wiedereinstieg in das wissenschaftliche Arbeiten im Mittelpunkt. Das Modul hat mir gezeigt, wie wichtig ein strukturierter, methodisch sauberer Forschungsprozess ist, um Erkenntnisse nicht nur zu sammeln, sondern auch nachvollziehbar zu begründen und kritisch zu reflektieren. Besonders wertvoll war für mich, dass ich wissenschaftliches Arbeiten nicht nur theoretisch kennengelernt, sondern direkt praktisch angewendet habe. Dadurch konnte ich verstehen, dass Forschung weit mehr ist als das bloße Erheben von Informationen: Sie bedeutet auch, Fragen gezielt zu entwickeln, passende Methoden auszuwählen, Ergebnisse systematisch auszuwerten und die eigene Rolle im Prozess reflektiert zu betrachten.
Im Rahmen des Moduls arbeitete ich gemeinsam mit meiner Forschungsgruppe an dem Thema „Digitalisierung in der Landeshauptstadt Magdeburg“. Dabei wurde ein leitfadengestütztes Experteninterview durchgeführt und anschließend ausgewertet. Für mich war besonders spannend, dass ich erstmals mit qualitativer Forschung in Berührung kam und den gesamten Prozess von der Forschungsfrage über die Datenerhebung bis hin zur Kodierung nachvollziehen konnte. Die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Methoden, Forschungsansätzen und der Auswertung qualitativer Daten hat meinen Blick auf Forschung deutlich erweitert. Ich habe erkannt, wie wichtig es ist, Informationen gezielt zu erschließen, Forschungsstände einzuordnen und wissenschaftliche Ergebnisse verständlich darzustellen.
Ein zentraler Bestandteil des Moduls war die Arbeit mit MAXQDA, einer Software zur qualitativen Datenanalyse. Für mich war das ein neues Werkzeug, das ich zunächst kennenlernen und verstehen musste. Besonders herausfordernd war der Kodierungsprozess, da ich anfangs dazu tendierte, zu viele Codes zu setzen und den Überblick zu verlieren. Erst mit der Zeit lernte ich, offener und strukturierter zu kodieren, Zusammenhänge zwischen einzelnen Aussagen zu erkennen und einen übersichtlichen Codebaum aufzubauen. Dieser Lernprozess war für mich sehr wertvoll, weil ich nicht nur die technische Anwendung, sondern auch das analytische Denken hinter der Methode besser verstanden habe. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie eng in der qualitativen Forschung Interpretation und Subjektivität miteinander verbunden sind.
Sehr prägend war auch die anschließende Reflexion über den Forschungsprozess. Dabei habe ich gelernt, dass eine Reflexion nicht nur aus einer Beschreibung des Erlebten besteht, sondern eine tiefere Auseinandersetzung mit Erfahrungen, Schwierigkeiten und Erkenntnissen verlangt. In meiner Arbeit setzte ich mich unter anderem mit der Frage auseinander, wie der Einfluss eines feldfremden Forschers im Auswertungsprozess minimiert werden kann, wenn die Datenerhebung von einer Person aus dem Forschungsfeld durchgeführt wurde. Dabei wurde mir deutlich, wie wichtig Distanz, kritische Perspektive und methodische Klarheit sind. Gleichzeitig zeigte sich, dass Vertrautheit mit dem Forschungsfeld sowohl Vorteile als auch Risiken mit sich bringt. Einerseits erleichtert sie den Zugang zum Gesprächspartner, andererseits kann sie die Offenheit der Aussagen und die spätere Auswertung beeinflussen.
Rückblickend hat mir dieses Modul besonders dabei geholfen, wissenschaftliches Arbeiten als einen systematischen und reflektierten Prozess zu begreifen. Ich habe gelernt, Informationen gezielt zu recherchieren, qualitative Methoden besser einzuordnen, Forschungsprozesse kritisch zu hinterfragen und Ergebnisse strukturiert aufzubereiten. Gleichzeitig hat mir das Modul gezeigt, dass Forschung Zeit, Genauigkeit und Geduld braucht. Für meine weitere Studienreise war dieses Semester deshalb ein wichtiges Fundament: Es hat mir nicht nur methodische Zugänge vermittelt, sondern auch meine Fähigkeit gestärkt, komplexe Inhalte analytisch zu durchdringen und wissenschaftlich zu reflektieren.
D05 Recht im Digitalen Business
Im Modul D05 Recht im Digitalen Business habe ich mich mit den rechtlichen Grundlagen beschäftigt, die für digitale Geschäftsmodelle und den Umgang mit digitalen Angeboten von großer Bedeutung sind. Das Modul hat mir verdeutlicht, dass digitale Prozesse nicht nur technisch und wirtschaftlich betrachtet werden können, sondern immer auch in einen rechtlichen Rahmen eingebettet sind. Gerade im digitalen Raum spielen Fragen des Verbraucherschutzes, des Datenschutzes, des Urheberrechts und der Vertragsgestaltung eine zentrale Rolle. Für mich war dieses Modul deshalb besonders wichtig, weil es den Blick dafür geschärft hat, wie eng digitale Innovation und rechtliche Verantwortung miteinander verbunden sind.
Ein wesentlicher Bestandteil des Moduls war die Auseinandersetzung mit den Grundlagen des Zivilrechts, insbesondere mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch und seinen verschiedenen Teilbereichen. Dadurch habe ich verstanden, wie rechtliche Strukturen aufgebaut sind und welche Bedeutung allgemeine zivilrechtliche Regelungen für digitale Anwendungsfelder haben. Besonders relevant waren dabei die Themen des Schuldrechts, des Vertragsrechts sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für digitale Geschäftsbeziehungen. Durch diese Einordnung konnte ich nachvollziehen, wie rechtliche Regelungen das Zustandekommen, die Durchführung und die Absicherung von Geschäften beeinflussen.
Darüber hinaus behandelte das Modul zentrale Themen wie Urheberrecht, Markenrecht, Wettbewerbsrecht, Datenschutz und IT-Sicherheit. Diese Inhalte haben mir gezeigt, dass digitale Produkte, Webseiten, Software und Daten nicht nur wirtschaftlich genutzt, sondern auch rechtlich geschützt und verantwortungsvoll behandelt werden müssen. Gerade im Kontext von E-Commerce und digitalen Plattformen wurde deutlich, wie wichtig es ist, rechtliche Risiken zu erkennen und technische oder organisatorische Lösungen auch unter jurischen Gesichtspunkten zu bewerten. Für mich war besonders spannend, dass rechtliche Fragestellungen im digitalen Umfeld nicht abstrakt bleiben, sondern sich direkt auf konkrete Geschäftsmodelle und Praxisfälle übertragen lassen.
Das Modul hat mir außerdem geholfen, die Bedeutung von informationeller Selbstbestimmung, Lizenzmodellen und Internetrecht besser zu verstehen. Ich habe gelernt, digitale Sachverhalte nicht nur aus Anwenderperspektive, sondern auch aus rechtlicher Sicht zu betrachten und dabei mögliche Konflikte frühzeitig zu erkennen. Dadurch habe ich ein besseres Verständnis dafür entwickelt, wie digitale Geschäftsprozesse rechtssicher gestaltet werden können und welche Verantwortung Unternehmen im Umgang mit Daten, Inhalten und Verträgen tragen.
Rückblickend war dieses Modul ein wichtiger Baustein meiner Studienreise, weil es mir gezeigt hat, dass digitale Geschäftstätigkeit immer auch rechtliche Kompetenz erfordert. Es hat mein Bewusstsein für rechtliche Grenzen und Schutzmechanismen gestärkt und mir geholfen, digitale Themen differenzierter zu beurteilen. Damit war das Modul nicht nur ein theoretischer Zugang zum Recht, sondern auch eine wichtige Grundlage für das Verständnis digitaler Verantwortung im beruflichen Kontext.
D06 Teamentwicklung, Leadership
Im Modul D06 Teamentwicklung, Leadership ging es darum, wie Teams wirksam geführt, entwickelt und in ihrer Zusammenarbeit gestärkt werden können. Dabei wurde deutlich, dass Leadership nicht nur mit Autorität zu tun hat, sondern vor allem mit Kommunikation, Selbstreflexion und dem bewussten Umgang mit Menschen. Besonders wichtig war die Erkenntnis, dass gute Führung bei einem selbst beginnt und sowohl sachliche als auch emotionale Aspekte berücksichtigt.
Ein Schwerpunkt lag auf der Kommunikation. Modelle wie das Vier-Ohren-Modell, das Eisberg-Modell oder die Transaktionsanalyse helfen dabei, Gespräche und Missverständnisse besser zu verstehen. Außerdem wurde deutlich, dass Feedback, Konfliktmanagement und klare Botschaften zentrale Werkzeuge für erfolgreiche Teamarbeit sind. Auch Change Management spielte eine wichtige Rolle, da Veränderungen nur dann gelingen, wenn Menschen einbezogen, motiviert und gut begleitet werden.
Insgesamt hat mir das Modul gezeigt, dass gute Führung auf Vertrauen, Klarheit, Reflexion und Zusammenarbeit basiert. Besonders hängen geblieben ist für mich, dass Leadership eine Fähigkeit ist, die man entwickeln und bewusst einsetzen kann.
2. Semester SS 2025
Afrika symbolisiert für mich Zusammenhalt, Ressourcenbewusstsein und kreative Lösungsansätze. In diesem Abschnitt meines Studiums standen insbesondere Gruppenprojekte, interdisziplinäre Zusammenarbeit und soziale Lernformen im Mittelpunkt. Durch die Module D04 International Business Trip, D08 Systemisches Denken und Strategieentwicklung, D13 Wirtschaftsethik und D12 Aktuelle Themen im DMB habe ich mich intensiv mit verschiedenen Perspektiven, Zusammenhängen und Anwendungsbereichen beschäftigt. Gleichzeitig habe ich meine Rolle in Gruppen reflektiert und gelernt, auch mit begrenzten Ressourcen wie Zeit oder Materialien konstruktiv umzugehen. Afrika steht für Tiefe, Kern und Transformation und beschreibt damit eine wichtige Phase meiner fachlichen und persönlichen Entwicklung.
D04 International Business Trip
Im Modul D04 International Business Trip organisierten die Studierenden eigenständig eine Studienreise ins Ausland und setzten sich dabei mit internationalen Geschäftsaktivitäten und interkulturellen Anforderungen auseinander. Im Rahmen des Business Trips nach Tallinn und Helsinki erhielten sie praxisnahe Einblicke in digitale Geschäftsmodelle, internationale Unternehmen, Hochschulen und die digitale Infrastruktur der Region.
Zum Programm gehörten unter anderem ein Prozessmanagement-Kurs an der TalTech University, ein Spieletag zur Theory of Constraints, Firmenbesuche, ein Kulturprogramm sowie in Helsinki der Besuch des Biocenters an der Helsinki University und ein KI-Workshop bei Revolut und Amazon AWS. Dadurch konnten die theoretischen Inhalte des Studiums mit praktischen Erfahrungen verknüpft und die englische Sprachkompetenz im internationalen Kontext erweitert werden.
Besonders wertvoll war außerdem die eigenständige Planung und Organisation von Anreise, Unterkunft, Mobilität und Aktivitäten über zwei Semester hinweg. Das Modul förderte damit nicht nur interkulturelles Verständnis und Teamarbeit, sondern auch den Aufbau eines beruflichen und wissenschaftlichen Netzwerks durch Kontakte zu Unternehmen, Hochschulen und Experten. Weitere Informationen zum Trip, sind im Travelbook zu finden.
D08 Systemisches Denken und Strategieentwicklung
D08 Systemisches Denken und Strategieentwicklung
Im Modul D08 Systemisches Denken und Strategieentwicklung ging es darum, strategische Modelle nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern auch an Praxisbeispielen kritisch zu hinterfragen und einzuordnen. Dabei wurde deutlich, dass strategisches Denken immer den Blick auf das gesamte System einer Organisation und ihr Umfeld voraussetzt. Unternehmen müssen sich dabei nicht nur mit ihren internen Strukturen, sondern auch mit externen Entwicklungen, Marktveränderungen und zukünftigen Anforderungen auseinandersetzen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Verbindung von theoretischem Wissen, praktischer Analyse und der Fähigkeit, daraus langfristig sinnvolle Entscheidungen für die Unternehmensentwicklung abzuleiten.
Ein zentraler Bestandteil des Moduls waren die Grundlagen des strategischen Managements, insbesondere die Umweltanalyse, die Entwicklung von Unternehmensleitlinien und Mission, die Implementierung sowie die Evaluation strategischer Maßnahmen. Darüber hinaus wurden die Funktionen und Instrumente von Business Analytics behandelt. Dazu gehörten unter anderem Big Data Analytics, Predictive Analytics und Tracking. Diese Methoden helfen dabei, Daten systematisch auszuwerten, zukünftige Entwicklungen besser einzuschätzen und Entscheidungen auf eine belastbare Grundlage zu stellen. Dadurch wurde verständlich, dass Strategieentwicklung heute eng mit Datenkompetenz und analytischem Denken verbunden ist.
Im Rahmen meines Projekts stand ein Portal, welches ich beruflich begleite im Mittelpunkt. Ausgangspunkt war die Überlegung, wie ein erster digitaler Kontakt gestaltet sein muss, damit sich Kundinnen und Kunden gut aufgehoben fühlen und der Prozess als einfach, vertrauenswürdig und verständlich wahrgenommen wird. Dafür wurde das Portal aus einer systemischen Perspektive betrachtet, um Erwartungen, mögliche Barrieren und Chancen zu analysieren. Auf dieser Grundlage konnten strategische Handlungsempfehlungen entwickelt werden, die dazu beitragen sollen, das Portal kundenorientiert weiterzuentwickeln und den digitalen Einstieg für Neukunden zu verbessern.
D13 Wirtschaftsethik
Im Modul D13 Wirtschaftsethik stand die Auseinandersetzung mit wirtschaftlichem Handeln aus einer moralischen, sozialen und gesellschaftlichen Perspektive im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich, dass Unternehmen nicht nur ökonomische Ziele verfolgen, sondern auch Verantwortung gegenüber Menschen, Umwelt und Gesellschaft tragen. Besonders relevant war die Frage, wie sich ethische Werte in der digitalen und globalisierten Wirtschaft konkret umsetzen lassen und welche Konflikte dabei entstehen können.
Im Rahmen der Case Study habe ich die Partnerschaft zwischen EDEKA und dem WWF untersucht und dabei das ethische Dilemma zwischen Gewinnorientierung und Nachhaltigkeit analysiert. Ausgehend von der Fragestellung, ob eine solche Kooperation tatsächlich zu mehr Verantwortung führt oder eher als Marketinginstrument dient, wurden verschiedene wirtschaftsethische Ansätze herangezogen. Dazu gehörten die deontologische Ethik, der Utilitarismus, die Stakeholder-Theorie und die Diskursethik. Diese Perspektiven halfen dabei, die Zusammenarbeit nicht nur ökonomisch, sondern vor allem auch moralisch zu bewerten.
Die Analyse zeigte, dass die Partnerschaft einerseits wichtige Impulse für nachhaltigeres Wirtschaften setzt, etwa durch nachhaltigere Lieferketten, Umweltschutz und die Sensibilisierung von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Andererseits wurde deutlich, dass Kritik an der Verlässlichkeit von Zertifizierungen, an problematischen Lieferketten und an möglichen Täuschungen im Hinblick auf Tierwohl und Nachhaltigkeit nicht ignoriert werden darf. Gerade hier wurde sichtbar, dass wirtschaftlicher Erfolg und ethische Verantwortung nicht automatisch zusammenfallen.
Besonders hilfreich war der Blick auf die einzelnen ethischen Theorien. Aus deontologischer Sicht ist vor allem die Pflicht zur Wahrhaftigkeit und zum respektvollen Umgang mit Menschen entscheidend. Der Utilitarismus fragt dagegen nach den Folgen für das Gesamtwohl und macht deutlich, dass Nutzen und Leid gegeneinander abzuwägen sind. Die Stakeholder-Theorie zeigt, dass Unternehmen die Interessen aller relevanten Anspruchsgruppen berücksichtigen müssen, während die Diskursethik Transparenz, Dialog und Beteiligung in den Vordergrund stellt. Dadurch wurde klar, dass eine ethische Bewertung von Unternehmen immer mehrdimensional erfolgen muss.
Insgesamt hat mir das Modul geholfen, wirtschaftliche Entscheidungen kritischer zu betrachten und ethische Fragestellungen stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Ich habe gelernt, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Unternehmensziel, sondern auch eine Frage von Glaubwürdigkeit, Verantwortung und fairer Kommunikation ist. Die Case Study zur EDEKA-WWF-Partnerschaft hat besonders gezeigt, wie komplex die Abwägung zwischen ökonomischem Nutzen und ethischem Anspruch sein kann.
D12 Aktuelle Themen im DMB
Im Modul D12 Aktuelle Themen im DMB habe ich mich mit aktuellen Entwicklungen und Trends im Digital Business Management beschäftigt. Dabei wurde deutlich, dass digitale Themen nicht nur für Unternehmen relevant sind, sondern auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen haben. Besonders wichtig war die Frage, wie neue digitale Ansätze in der Praxis sinnvoll eingesetzt werden können und welche Chancen und Grenzen sie mit sich bringen.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden aktuelle Themen des Digital Business Managements behandelt, unter anderem anhand einer Case Study zu Friedland Timbers sowie durch das Pizza Game. Dabei ging es darum, mit begrenzten Punkten ein Geschäftsmodell zu entwickeln und verschiedene Zielgrößen wie Preis, Lieferzeit, Qualität, Auswahl und Produktionskapazität gegeneinander abzuwägen. Die Aufgabe hat gezeigt, wie schwierig es ist, unter realistischen Bedingungen die richtigen strategischen Entscheidungen zu treffen.
Insgesamt hat mir das Modul geholfen, aktuelle Fragestellungen des Digital Business besser zu verstehen und praktisch einzuordnen. Besonders deutlich wurde, dass unternehmerische Entscheidungen immer im Zusammenhang mit Zielkonflikten, Marktanforderungen und der Umsetzbarkeit betrachtet werden müssen.
3. Semester WS 2025/26
Asien passt für mich zu einem intensiven und sehr fordernden Semester mit hoher Dynamik, vielen Aufgaben und internationalen Perspektiven. Mit sechs Modulen war dieser Abschnitt besonders arbeitsintensiv und von mehreren zeitaufwendigen Projekten geprägt, teilweise auch in Gruppenarbeit. Gerade das internationale Forschungsprojekt hat diesen Semesterabschnitt stark beeinflusst und meine Belastbarkeit bis an ihre Grenze gebracht. Hier ging es darum, komplexe Anforderungen zu bewältigen, flexibel zu reagieren und mich schnell an neue Situationen anzupassen. Die Module D01 Interdisziplinäre Einführung DMB, D03 Projekt 1, D07 Forschungsprojekt, D09 Systemanalyse und Prozessmanagement, D10 Digital Marketing & Social Media und D11 Mobile & Electronic Commerce haben mir gezeigt, wie anspruchsvoll, aber auch lehrreich ein Semester mit vielen parallelen Anforderungen sein kann. Asien steht damit für Intensität, Herausforderung und Wachstum unter hoher Belastung.
D01 Interdisziplinäre Einführung DMB
Im Modul D01 Interdisziplinäre Einführung DMB ging es um die Grundlagen des digitalen Medien- und Systemverständnisses sowie um erste Einblicke in Projektmanagement, IT-Infrastrukturen und Recherchekompetenz. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, digitale Strukturen nicht nur technisch zu verstehen, sondern auch kritisch zu bewerten und in interdisziplinären Teams anzuwenden. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Arbeit mit Projektmanagement-Methoden, der Bewertung von Informationsquellen und dem Verständnis strategischer IT-Architekturen wie Enterprise Architecture Management, Cloud Computing oder serviceorientierten Architekturen.
Im praktischen Teil habe ich mich mit einem Projekt beschäftigt, das im Rahmen von Digitalem Marketing und Social Media entstanden ist: „Aufschlag im Advent“. Dabei wurde eine Instagram-Kampagne für die Volleyballabteilung geplant, durchgeführt und anschließend mithilfe eines Dashboards ausgewertet. Grundlage waren über einen Zeitraum von 24 Tagen erhobene KPIs wie Reichweite, Impressionen, Interaktionen und Followerentwicklung. Ziel der Visualisierung war es, die Performance der Kampagne verständlich darzustellen und Erfolgsfaktoren sowie Optimierungspotenziale sichtbar zu machen.
Besonders wichtig war dabei der Gestaltungsprozess. Zunächst wurden die Daten strukturiert und in ihrer Aussagekraft analysiert, bevor mit Low-Fidelity-Wireframes verschiedene Layouts und Navigationsideen entwickelt wurden. Anschließend wurde das Dashboard in mehreren Iterationen weiter ausgearbeitet, wobei auf Übersichtlichkeit, Nutzerorientierung und ein einheitliches visuelles Design geachtet wurde. Die Umsetzung erfolgte mit Figma, Canva und Excel und orientierte sich an einem klaren, modernen Stil sowie an den Vereinsfarben.
In meiner persönlichen Reflexion habe ich vor allem gemerkt, wie zeitintensiv die Arbeit mit Figma sein kann und wie anspruchsvoll die Auswahl der richtigen Kennzahlen für ein Dashboard ist. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass Einfachheit oft wirkungsvoller ist als zu viele grafische Effekte. Das Projekt hat mir gezeigt, wie wichtig eine saubere Datenaufbereitung und ein klarer Fokus auf die Inhalte sind, damit ein Dashboard wirklich verständlich und aussagekräftig wird.
Ergänzend dazu habe ich im Modul IT-Infrastruktur ein Poster zum Thema elektronische Patientenakte (ePA) erstellt. Dabei habe ich mich intensiv mit den grundlegenden Zusammenhängen und der digitalen Einordnung dieses Themas beschäftigt. Das Projekt hat mir geholfen, technische Inhalte anschaulich darzustellen und komplexe Informationen auf eine verständliche Weise zu visualisieren. Dadurch konnte ich nicht nur mein fachliches Verständnis erweitern, sondern auch meine Fähigkeiten in der strukturierten Aufbereitung und Präsentation von IT-Themen weiterentwickeln.
D03 Projekt "EntdeckAR"
In diesem Modul stand die praxisnahe Arbeit in einem kleinen Team im Mittelpunkt. Ziel war es, ein reales Problem zu analysieren, die Bedarfe potenzieller Praxispartner zu verstehen und daraus eine funktionierende Lösung in Form eines Konzepts oder Prototyps zu entwickeln. Das Modul orientierte sich an typischen Herausforderungen aus dem Arbeitsalltag von Unternehmen und verband Recherche, Planung, Teamarbeit und praktische Umsetzung miteinander.
Im Rahmen unseres Projekts entwickelten wir die Reise-App „ExplorAR – The new way to explore a city“. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass Reisende in großen Städten häufig mehrere Apps parallel nutzen müssen, während mittelgroße Städte wie Magdeburg oder Wuppertal zwar großes Potenzial besitzen, aber bislang nur wenige digitale Erlebnisplattformen anbieten.
Die Idee hinter ExplorAR war deshalb, eine zentrale Anwendung zu konzipieren, die GPS-basierte Tourenvorschläge, personalisierte Empfehlungen, AR-Szenen an ausgewählten Orten, gesprochene oder lesbare Guides, einen KI-Bot sowie Restaurant- und Unterkunftsempfehlungen miteinander verbindet. Solche AR-gestützten Tourismusanwendungen setzen genau an diesen Punkten an, indem sie Navigation, Informationen und ortsbezogene Erlebnisse in einer Anwendung bündeln.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Markteintrittskonzept. Vorgesehen war ein Start über lokale Partner wie Städte und Tourismusverbände in klar definierten Regionen, die Inhalte bereitstellen und in die Empfehlungen der App eingebunden werden. Dadurch wurde deutlich, dass digitale Produkte nicht nur technisch gedacht werden dürfen, sondern auch von Kooperationen, Zielgruppenverständnis und regionalen Netzwerken abhängig sind.
Meine persönliche Rolle im Projekt lag vor allem in der Auswertung der Interviews mit MAXQDA sowie in der Erstellung von Mockups in Figma. MAXQDA unterstützt die qualitative Analyse von Interviewdaten und hilft dabei, Aussagen systematisch auszuwerten und übersichtlich aufzubereiten. Mockups und Prototypen dienen wiederum dazu, Ideen früh sichtbar zu machen, Feedback einzuholen und Konzepte schrittweise weiterzuentwickeln.
Ein besonderer Höhepunkt des Projekts war für mich der Elevator Pitch auf der CMTB 2026, bei dem wir unsere Idee vor Publikum präsentieren konnten. Die CMTB 2026 hob einen internationalen Start-up-Wettbewerb als besonderes Highlight hervor, bei dem innovative Projekt- und Start-up-Ideen vor einer Jury aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis vorgestellt wurden. Diese Präsentation war für mich besonders wertvoll, weil unser Konzept dadurch nicht nur innerhalb des Moduls, sondern auch in einem größeren, praxisnahen Rahmen sichtbar wurde.
Insgesamt hat mir das Modul gezeigt, wie wichtig eine gute Aufgabenverteilung, ein respektvoller Umgang im Team und die kritische Prüfung von Informationen für die Entwicklung tragfähiger Lösungen sind. Besonders wertvoll war für mich die Erfahrung, aus einer ersten Idee ein konkretes, nutzerorientiertes Konzept zu entwickeln und dieses schließlich in einem Pitch überzeugend zu präsentieren.
D07 Forschungsprojekt
Im Modul D07 Forschungsprojekt stand die eigenständige Entwicklung und Durchführung eines wissenschaftlichen Projekts im Mittelpunkt. Ziel war es, in einer Gruppe ein gemeinsames Forschungsthema zu formulieren, eine geeignete Forschungsmethode abzuleiten und wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zu erarbeiten. Dabei wurde nicht nur die Forschung selbst durchgeführt, sondern auch kritisch reflektiert, diskutiert und in Form eines wissenschaftlichen Artikels aufbereitet. Zusätzlich gehörten Peer Reviews, die Präsentation von Forschungsergebnissen und die Qualitätssicherung durch Feedback zum Projektverlauf.
Im Rahmen unseres internationalen Projekts beschäftigten wir uns mit dem Thema „Urban Digital Twins in Public Administration“. Untersucht wurden die Chancen und Risiken der Einführung digitaler Zwillinge sowie die Frage, wie daraus ein international nutzbarer Standard entstehen könnte – mit Blick auf Deutschland, Österreich und Spanien. Das Projekt wurde in einem interdisziplinären Team aus Studierenden des Digital Business Managements, des Risikomanagements der H2 und Studierenden der JKU Linz durchgeführt. Die Zusammenarbeit erfolgte auf Englisch und wurde durch eine Exkursion nach Linz ergänzt.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts war die eigene Umfrage mit LimeSurvey, die anschließend ausgewertet wurde. Auf dieser Grundlage konnten wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen und konkrete Handlungsempfehlungen für den Einsatz digitaler Zwillinge in der öffentlichen Verwaltung abgeleitet werden. Zusätzlich entstand ein wissenschaftliches Paper, das die Ergebnisse strukturiert und publikationsfähig aufbereitete. Besonders erfolgreich war das Projekt auch in der Außendarstellung: Unser Poster wurde mit dem Best Poster Award ausgezeichnet, und die abschließende Präsentation fand auf der CMTB 2026 in Magdeburg statt.
Insgesamt hat mir das Modul gezeigt, wie wissenschaftliches Arbeiten in einem internationalen und praxisnahen Kontext funktioniert. Besonders wertvoll war für mich die Verbindung von Forschung, Teamarbeit, empirischer Datenerhebung und wissenschaftlicher Präsentation. Das Projekt hat mir nicht nur methodische Kenntnisse vermittelt, sondern auch gezeigt, wie wichtig klare Kommunikation, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine saubere Auswertung für belastbare Forschungsergebnisse sind.
D09 Systemanalyse und Prozessmanagement
Im Modul D09 Systemanalyse und Prozessmanagement ging es darum, Unternehmen aus einer prozessorientierten Perspektive zu betrachten und digitale Geschäftsprozesse systematisch zu analysieren, zu modellieren und zu verbessern. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, typische Abläufe in Unternehmen nicht nur zu verstehen, sondern auch kritisch zu hinterfragen und mit digitalen Technologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt lag darauf, den Ist-Prozess zu erfassen, Schwachstellen zu erkennen und daraus einen optimierten Soll-Prozess abzuleiten. Außerdem lernte ich mit BPMN ein neues Werkzeug kennen, das mir geholfen hat, Prozesse strukturiert und verständlich darzustellen.
Im Rahmen der Projektdokumentation habe ich die Prozessanalyse und -modellierung am Beispiel der Anforderungsaufnahme in dem Unternehmen, in dem ich tätig bin, bearbeitet. Dazu wurde zunächst der bestehende Ablauf analysiert und als BPMN-Prozess modelliert. Anschließend erfolgte eine Schwachstellenanalyse, auf deren Basis konkrete Optimierungen und Handlungsempfehlungen entwickelt wurden. So konnte gezeigt werden, wie Geschäftsprozesse nicht nur dokumentiert, sondern auch gezielt verbessert werden können.
Insgesamt hat mir das Modul verdeutlicht, wie eng Prozessverständnis, Analysefähigkeit und digitale Modellierung miteinander verbunden sind. Besonders wertvoll war für mich, dass ich ein reales Unternehmensbeispiel bearbeiten und dabei theoretisches Wissen direkt in die Praxis übertragen konnte.
D10 Digital Marketing & Social Media
Im Modul D10 Digital Marketing & Social Media ging es darum, die wichtigsten Werkzeuge und Strategien des digitalen Marketings zu verstehen und gezielt einzusetzen. Dabei wurde deutlich, wie stark Social Media, SEO, SEA und Mobile Marketing die Kommunikation zwischen Unternehmen und Konsumentinnen und Konsumenten beeinflussen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der kritischen Analyse digitaler Plattformen sowie auf der Frage, wie Unternehmen ihre Zielgruppen online wirksam erreichen und langfristig binden können.
Im praktischen Teil habe ich den Instagram-Kanal des SV Zörbig Volleyball für einen Monat im Rahmen eines Adventskalenders bespielt. Dafür wurden im Vorfeld wichtige Analysen durchgeführt, insbesondere zur Zielgruppe und zur strategischen Ausrichtung der Inhalte. Auf dieser Basis wurde eine Contentstrategie entwickelt und umgesetzt, die dem Verein dabei geholfen hat, seine Präsenz auf Instagram deutlich zu steigern. Besonders positiv war, dass die erarbeitete Strategie vom Verein übernommen wurde und auch über das Projekt hinaus weiter genutzt werden kann.
Im Verlauf des Moduls habe ich außerdem gelernt, mit Instrumenten wie dem Contentplan, dem SWOT-Modell, der TOWS-Analyse und der Projektdokumentation zu arbeiten. Dadurch konnte ich nicht nur praktische Erfahrungen im Social Media Marketing sammeln, sondern auch lernen, wie digitale Kampagnen strategisch geplant, umgesetzt und ausgewertet werden.
D11 Mobile & Electronic Commerce
Im Modul D11 Mobile & Electronic Commerce habe ich mich mit den Grundlagen des E-Commerce und den Besonderheiten mobiler und elektronischer Geschäftsmodelle beschäftigt. Dabei wurde deutlich, wie digitale Märkte entstehen, welche Anforderungen an Inhalte, Struktur und Technik von Plattformen gestellt werden und welche Rolle unterschiedliche Endgeräte und Kanäle für die Nutzererfahrung spielen. Besonders wichtig war auch das Verständnis dafür, wie E-Business-Strategien von der Planung bis zur Inbetriebnahme aufgebaut und umgesetzt werden.
Das Modul bestand aus verschiedenen Übungen, Präsentationen und Case Studies. Ein besonderes Highlight war die Erstellung eines Onlineshops mit WordPress. Dabei konnte ich den gesamten Prozess von der Konzeption bis zur praktischen Umsetzung kennenlernen und anwenden. Der Shop „VolleyCoach Shop – Dein Volleyball-Experte“ verbindet physisches und digitales Trainingsequipment und zeigte mir sehr praxisnah, wie ein E-Commerce-Projekt aufgebaut wird.
Obwohl das Modul fachlich anspruchsvoll war, habe ich daraus besonders viel mitgenommen. Es hat mir geholfen, die Zusammenhänge zwischen Mobile Commerce, E-Business und der praktischen Umsetzung eines Online-Shops besser zu verstehen.
1. Konsultationsgespräch
Dokumentation des ersten Konsultationsgesprächs und persönliche Zielsetzung
Das erste Konsultationsgespräch bot mir die Möglichkeit, meinen bisherigen Studienverlauf im Masterstudiengang Digital Business Management bewusst zu reflektieren. Im Mittelpunkt standen meine Erfahrungen aus dem ersten bis dritten Semester, meine bisherige Kompetenzentwicklung sowie die offenen Punkte, die ich im weiteren Verlauf des Studiums bearbeiten möchte. Das Gespräch hat mir deutlich gemacht, dass ich nicht nur fachliches Wissen erworben habe, sondern mich auch methodisch, sozial und persönlich weiterentwickelt habe. Besonders wichtig war für mich die Erkenntnis, dass Kompetenzentwicklung nicht geradlinig verläuft. Sie entsteht durch neue Inhalte, praktische Aufgaben, Zusammenarbeit mit anderen und die Reflexion eigener Erfahrungen.
Im ersten Semester standen für mich vor allem Grundlagen und Orientierung im Mittelpunkt. Mit den Modulen D02 Forschungsmethoden, D05 Recht im Digitalen Business und D06 Teamentwicklung, Leadership konnte ich mein Wissen aus dem Bachelorstudium und aus bisherigen beruflichen Erfahrungen aufgreifen und gezielt erweitern. Das Modul Forschungsmethoden half mir dabei, wissenschaftliche Fragestellungen besser zu verstehen, Informationen systematisch zu recherchieren und die Bedeutung einer nachvollziehbaren methodischen Vorgehensweise zu erkennen. Diese Grundlagen sind für den weiteren Studienverlauf wichtig, da wissenschaftliches Arbeiten nicht nur bei Hausarbeiten, sondern auch bei Projekten und später bei der Masterarbeit eine zentrale Rolle spielt.
Im Modul Recht im Digitalen Business setzte ich mich mit rechtlichen Rahmenbedingungen der Digitalisierung auseinander. Dabei wurde deutlich, dass digitale Geschäftsmodelle, Datenverarbeitung und digitale Prozesse nicht unabhängig von rechtlichen Anforderungen betrachtet werden können. Für meine berufliche Zukunft ist dieses Wissen besonders relevant, da digitale Lösungen immer auch Datenschutz, rechtliche Verantwortlichkeiten und den Schutz von Nutzerinnen und Nutzern berücksichtigen müssen. Das Modul Teamentwicklung und Leadership ergänzte diese Perspektive um soziale und persönliche Kompetenzen. Ich beschäftigte mich mit Kommunikation, Führung, Feedback, Konfliktmanagement und Teamdynamiken. Besonders wichtig war für mich die Erkenntnis, dass erfolgreiche Zusammenarbeit bei der eigenen Haltung beginnt. Selbstreflexion, Wertschätzung und ein bewusster Umgang mit unterschiedlichen Bedürfnissen im Team sind aus meiner Sicht wichtige Voraussetzungen für gute Ergebnisse.
Das zweite Semester war stärker durch internationale, strategische und ethische Perspektiven geprägt. In den Modulen D04 International Business Trip, D08 Systemisches Denken und Strategieentwicklung, D13 Wirtschaftsethik und D12 Aktuelle Themen im DMB beschäftigte ich mich mit komplexen Zusammenhängen, unterschiedlichen Sichtweisen und der Verantwortung von Unternehmen. Die Arbeit in Gruppen spielte dabei eine größere Rolle. Dadurch konnte ich meine Fähigkeiten in der Zusammenarbeit, Abstimmung und gemeinsamen Lösungsfindung weiterentwickeln. Ich habe gelernt, dass Teams von unterschiedlichen Erfahrungen, Kompetenzen und Denkweisen profitieren können. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass Gruppenarbeit klare Kommunikation, verbindliche Absprachen und eine faire Aufgabenverteilung benötigt.
Das systemische Denken war für mich besonders wertvoll, da es mir geholfen hat, Probleme nicht isoliert zu betrachten. Entscheidungen in Unternehmen und Organisationen stehen häufig in Verbindung mit verschiedenen Stakeholdern, Prozessen und möglichen Auswirkungen. Diese Perspektive ergänzt meine bisher eher strukturierte und analytische Arbeitsweise. Durch das Modul Wirtschaftsethik wurde außerdem deutlich, dass wirtschaftliche Entscheidungen nicht nur anhand von Kosten, Nutzen und Effizienz bewertet werden sollten. Digitale Geschäftsmodelle und technologische Entwicklungen können soziale, gesellschaftliche und ökologische Folgen haben. Deshalb möchte ich künftig stärker darauf achten, wirtschaftliche, technische und ethische Aspekte gemeinsam zu betrachten.
Das dritte Semester war für mich die bisher forderndste Phase des Studiums. Mit sechs parallelen Modulen – D01 Interdisziplinäre Einführung DMB, D03 Projekt 1, D07 Forschungsprojekt, D09 Systemanalyse und Prozessmanagement, D10 Digital Marketing & Social Media sowie D11 Mobile & Electronic Commerce – musste ich viele unterschiedliche Aufgaben, Themen und Abgaben gleichzeitig organisieren. Besonders zeitintensive Gruppenprojekte und das internationale Forschungsprojekt prägten dieses Semester. Die hohe Arbeitsbelastung stellte meine Selbstorganisation und Belastbarkeit teilweise an meine Grenzen. Gleichzeitig habe ich in dieser Zeit viel über meine eigene Arbeitsweise gelernt.
Eine zentrale Erkenntnis aus dem dritten Semester war, dass eine gute Planung nicht nur bedeutet, Aufgaben in einen Kalender einzutragen. Sie erfordert auch realistische Prioritäten, ausreichend Zeit für Abstimmung im Team sowie Puffer für unerwartete Herausforderungen. Gerade bei Gruppenprojekten hängen Arbeitsschritte häufig voneinander ab. Verzögerungen oder unklare Aufgabenverteilungen können sich deshalb auf das gesamte Projekt auswirken. Ich habe gelernt, früher mit der Strukturierung von Aufgaben zu beginnen, Zwischenergebnisse klarer zu definieren und regelmäßige Abstimmungen bewusster einzuplanen. Diese Erfahrungen möchte ich für die weitere Studienzeit nutzen, um Belastungsspitzen besser zu vermeiden und die Qualität meiner Arbeit langfristig zu sichern.
Im Konsultationsgespräch wurden auch offene Entwicklungsfelder festgehalten. Ein wichtiges Ziel ist die weitere Vertiefung meiner wissenschaftlichen Methodenkompetenz. Ich möchte wissenschaftliche Quellen gezielter recherchieren, hinsichtlich ihrer Qualität bewerten und nachvollziehbar in eigene Argumentationen einordnen. Dabei möchte ich nicht nur Fachliteratur zusammenfassen, sondern auch unterschiedliche Positionen vergleichen und kritisch reflektieren. Für das E-Portfolio gehört dazu unter anderem die Recherche von drei zuverlässigen Quellen zu einem für mich relevanten Kompetenzbereich sowie die Einordnung ihrer Seriosität. Außerdem möchte ich ein wissenschaftliches Fachbuch auswählen und in einer Buchbesprechung die zentralen Inhalte, Stärken, Grenzen und den Nutzen für mein Studium bewerten.
Ein weiteres Ziel ist die Weiterentwicklung meiner digitalen und KI-bezogenen Kompetenzen. Künstliche Intelligenz ist für mich ein wichtiges Zukunftsthema im Digital Business. Ich möchte besser verstehen, wie KI-Systeme funktionieren, wo ihre Einsatzmöglichkeiten liegen und welche Risiken berücksichtigt werden müssen. Dazu gehören Datenqualität, Datenschutz, Transparenz, mögliche Fehler sowie ethische Fragen. Mein Ziel ist nicht nur, KI-Tools anzuwenden, sondern deren Ergebnisse kritisch bewerten und ihren Einsatz in digitalen Prozessen verantwortungsvoll mitgestalten zu können. Diese Kompetenz möchte ich mit meiner beruflichen Erfahrung und meinem Interesse an digitalen Gesundheitsangeboten verbinden.
Darüber hinaus möchte ich meine Fähigkeiten im Projekt- und Anforderungsmanagement weiter ausbauen. Ich möchte Nutzerbedürfnisse besser erfassen, Problemstellungen verständlich strukturieren und Anforderungen klar formulieren sowie priorisieren können. Dabei interessiert mich besonders die Verbindung zwischen Nutzerperspektive, Prozessverständnis, technischen Möglichkeiten und wirtschaftlichen Anforderungen. Auch mein Verständnis für Prototyping und digitale Produktentwicklung möchte ich erweitern. Ziel ist es, digitale Lösungen nicht nur konzeptionell zu beschreiben, sondern ihre praktische Umsetzung besser nachvollziehen und beurteilen zu können.
Zusammenfassend hat mir das erste Konsultationsgespräch geholfen, meinen bisherigen Studienweg bewusster zu betrachten und konkrete Ziele für die weitere Studienzeit festzulegen. Ich möchte meine bereits erworbenen Kompetenzen in wissenschaftlichem Arbeiten, Kommunikation, Teamarbeit, Projektorganisation und digitalem Denken weiter vertiefen. Gleichzeitig möchte ich an meinen offenen Punkten arbeiten: einer realistischeren Zeitplanung, einer stärkeren wissenschaftlichen Arbeitsweise sowie einem kritischeren und verantwortungsvollen Umgang mit KI und digitalen Technologien. Das E-Portfolio unterstützt mich dabei, diese Entwicklung sichtbar zu machen, Fortschritte festzuhalten und meine persönlichen Ziele regelmäßig zu reflektieren.
4. Semester SS 2026
Das vierte Semester stand für mich besonders im Zeichen der Anwendung, Vertiefung und inhaltlichen Fokussierung. Mit den Modulen D14 Intra- & Entrepreneurship, D03 Projekt im Rahmen der KI-Innovationswerkstatt, D15 Thesis Proposal sowie D18 E-Portfolio konnte ich bereits erlernte Methoden und bekannte Arbeitsweisen gezielt einsetzen, erproben und weiterentwickeln.
Die Module D14 und D03 waren stark praxisorientiert und projektbasiert aufgebaut. Während ich im Modul D14 eigenständig an einem Projekt gearbeitet habe, stand bei D03 Projekt in der KI-Innovationswerkstatt die Zusammenarbeit in einer Gruppe im Mittelpunkt. Im Vergleich zu den vorherigen Semestern ging es dabei weniger darum, die grundsätzliche Herangehensweise an Projekte neu zu erlernen. Vielmehr konnte ich mich stärker auf die Inhalte, die Entwicklung von Ideen und deren konkrete Ausarbeitung konzentrieren.
Besonders hilfreich war, dass ich bereits bekannte Techniken wie das strukturierte Entwickeln von Konzepten oder das Pitchen anwenden, verbessern und sicherer einsetzen konnte. Das Modul D15 Thesis Proposal bildete zugleich eine wichtige Grundlage für die weitere wissenschaftliche Arbeit und die Vorbereitung auf die Masterarbeit. Mit dem D18 E-Portfolio wurde zudem der eigene Studienverlauf reflektiert, strukturiert dokumentiert und visuell aufbereitet. Dieses Semester steht daher für mehr Selbstständigkeit, praktische Anwendung, Reflexion und die gezielte Weiterentwicklung bereits erworbener Kompetenzen.
D03 Projekt "HausMacher"
Im Rahmen des Moduls D03 Projekt und der KI-Innovationswerkstatt habe ich gemeinsam mit meinem Team das Konzept HausMacher entwickelt. HausMacher ist eine digitale Softwarelösung für private Heimwerker- und Renovierungsprojekte. Die Anwendung soll Menschen ohne handwerkliche Ausbildung dabei unterstützen, kleinere Projekte verständlicher, sicherer und besser planbar umzusetzen. Auf Grundlage von Angaben zu Projekt, Erfahrungslevel, Raum, Maßen, Budget und Stilwünschen erstellt die Anwendung einen individuellen Projektplan mit Materialübersicht, Kostenrahmen, Schritt-für-Schritt-Anleitung, typischen Fehlern und Sicherheitshinweisen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der sinnvollen Verbindung von Künstlicher Intelligenz und klassischer Softwarelogik. Dabei verfolgt HausMacher den Ansatz: Python berechnet, die KI formuliert. Materialmengen, Kosten, Projektdaten und Sicherheitsregeln werden durch strukturierte Daten und Python-Logik kontrolliert. Die KI übernimmt anschließend die verständliche Aufbereitung der geprüften Informationen. Dadurch soll verhindert werden, dass die KI unkontrolliert falsche Berechnungen oder riskante Empfehlungen ausgibt.
Im Projekt wurden verschiedene Methoden eingesetzt, darunter Design Thinking, die Entwicklung von Personas, das Business Model Canvas, die Analyse von Zielgruppen und Wettbewerbern sowie die Erstellung eines Prototyps. Zusätzlich beschäftigte sich das Team mit UX/UI-Gestaltung, der technischen Architektur, dem Entwicklungsprozess, der Marktstrategie und den Risiken des KI-Einsatzes. Ein wichtiger Bestandteil war außerdem die Auseinandersetzung mit Sicherheitsgrenzen, Datenschutz, Transparenz und der Frage, wann Nutzerinnen und Nutzer an Fachpersonal verwiesen werden müssen.
Meine Rolle im Team lag vor allem in der inhaltlichen und konzeptionellen Ausarbeitung von HausMacher. Während ich mich in vorherigen Projekten mit Mockups beschäftigt habe, habe ich in diesem Projekt das Anforderungsmanagement geleitet. Ich habe dazu beigetragen, die Problemstellung zu schärfen, den Nutzen der Anwendung herauszuarbeiten sowie Zielgruppe, Funktionen und Geschäftsidee verständlich zu strukturieren. Dabei konnte ich bereits bekannte Methoden der Projektstrukturierung, Geschäftsmodellentwicklung und Präsentation gezielt anwenden und weiterentwickeln. Außerdem habe ich Einblicke in den Bereich Prototyping erhalten und den Pitch am Ende des Modules gemeinsam mit einem Kommilitonen gehalten. Die Zusammenarbeit im Team zeigte mir zudem, wie wichtig klare Kommunikation, eine sinnvolle Rollenverteilung und kontinuierliche Abstimmung für die Entwicklung eines gemeinsamen Konzepts sind.
Die KI-Innovationswerkstatt war für mich besonders praxisnah, weil wir nicht nur über KI und digitale Geschäftsmodelle gesprochen, sondern eine eigene Lösung als Prototyp entwickelt haben. Ich habe gelernt, dass ein sinnvoller KI-Einsatz nicht allein von einem guten Modell abhängt, sondern ebenso von geprüften Daten, klaren Regeln, einer passenden technischen Struktur und verantwortungsvoller Gestaltung. Durch das Projekt konnte ich meine Kompetenzen in Konzeptentwicklung, Teamarbeit, strukturierter Problemlösung und der praktischen Anwendung von KI weiter ausbauen.
D14 Intra-& Entrepreneurship
Im Modul D14 Intra- & Entrepreneurship beschäftigte ich mich mit unternehmerischem Handeln, der Entwicklung und Bewertung von Geschäftsideen sowie digitalen Geschäftsmodellen. Dabei setzte ich Methoden wie Kreativitätstechniken und das Business Model Canvas ein und befasste mich mit Bestandteilen eines Businessplans sowie möglichen Risiken neuer Projekte.
Der Schwerpunkt des Moduls lag auf einer eigenständigen Projektarbeit. Ich entwickelte die Geschäftsidee TeamCoachPlus, eine digitale Coaching- und Organisationsplattform für Amateur- und Breitensportvereine. Die ausführliche Entwicklung der Idee, meine Erkenntnisse und der damit verbundene Kompetenzerwerb werden im folgenden Projekttagebuch dargestellt.
Projekttagebuch
Von der Praxiserfahrung zur digitalen Geschäftsidee
1. Ausgangssituation und Projektwahl
Für mein persönliches Projekttagebuch habe ich das Projekt TeamCoachPlus aus dem Modul D14 Intra- & Entrepreneurship gewählt. TeamCoachPlus ist eine digitale Coaching- und Organisationsplattform für Amateur- und Breitensportvereine. Die Idee entstand aus meinem eigenen Vereinsalltag. Als Jugendtrainerin und Abteilungsleiterin im Volleyballverein erlebe ich regelmäßig, wie viel Zeit neben dem eigentlichen Training für organisatorische Aufgaben benötigt wird.
Trainings müssen geplant, Übungen ausgewählt, Zu- und Absagen abgefragt, Fahrgemeinschaften organisiert und Spieltage ausgewertet werden. Häufig geschieht dies über verschiedene Kanäle wie WhatsApp-Gruppen, Excel-Listen, E-Mails und Notizen. Dadurch entstehen zusätzlicher Aufwand, doppelte Datenpflege und eine unklare Übersicht über die Teilnahme oder Entwicklung des Teams.
2. Problemstellung und Projektidee
Zu Beginn des Projekts stand die Frage im Mittelpunkt, wie der Alltag von Trainerinnen und Trainern einfacher, strukturierter und digitaler gestaltet werden kann. Die erste Herausforderung bestand darin, meine persönliche Erfahrung in eine allgemeine Problemstellung zu übertragen. Nicht jede Erfahrung aus meinem Verein lässt sich automatisch auf andere Vereine oder Sportarten übertragen. Deshalb musste ich überlegen, welche Probleme grundsätzlicher Natur sind und von welchen Zielgruppen sie tatsächlich geteilt werden.
Aus dieser Problemstellung entwickelte sich die Idee von TeamCoachPlus. Die Anwendung soll zentrale Aufgaben in einem Workflow bündeln. Dazu gehören Trainingsplanung, eine Übungsdatenbank, Teamverwaltung, Zu- und Absagen, Fahrgemeinschaften, Spieltagsanalysen und einfache Auswertungen. Zusätzlich beinhaltet das Konzept KI-gestützte Funktionen, beispielsweise Übungsempfehlungen auf Grundlage des Trainingsziels oder Hinweise zur Weiterentwicklung von Spielerinnen, Spielern und Teams.
3. Zielgruppe und Nutzenversprechen
Im weiteren Verlauf beschäftigte ich mich mit der Strukturierung und Konkretisierung der Geschäftsidee. Dabei lernte ich, dass eine gute Idee allein nicht ausreicht. Entscheidend ist, ob sie ein tatsächliches Problem löst, für eine klar definierte Zielgruppe verständlich ist und wirtschaftlich umgesetzt werden kann.
Als primäre Zielgruppe definierte ich Trainerinnen und Trainer im Amateur- und Breitensport. Sekundäre Zielgruppen sind Vereinsvorstände, Eltern, Spielerinnen und Spieler sowie weitere Verantwortliche im Verein. Der zentrale Nutzen von TeamCoachPlus liegt darin, organisatorische und sportliche Aufgaben in einer Anwendung zusammenzuführen. Trainerinnen und Trainer sollen weniger Zeit für Verwaltung aufwenden und mehr Zeit für die sportliche Entwicklung ihrer Teams gewinnen.
4. Geschäftsmodell und Planung
Besonders hilfreich war die Arbeit mit Methoden zur Geschäftsmodellentwicklung. Durch die Strukturierung im Business Model Canvas konnte ich die Idee aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Dazu gehörten Kundensegmente, Wertangebote, Kanäle, Kundenbeziehungen, Schlüsselressourcen, Partner, Kosten und mögliche Einnahmequellen.
Für TeamCoachPlus entwickelte ich ein Freemium-Modell. Eine kostenfreie Basisversion sollte Funktionen wie Übungsbibliothek, Trainingsplanung, Historie und einfache Teamverwaltung enthalten. Eine kostenpflichtige Pro-Version sollte zusätzliche Funktionen wie KI-gestützte Übungsempfehlungen, erweiterte Statistiken oder eine AR-gestützte Bewegungskorrektur bieten. Zusätzlich wurden Vereinslizenzen als mögliches Angebot für größere Organisationen berücksichtigt.
Die Entwicklung eines solchen Geschäftsmodells war für mich eine neue und anspruchsvolle Aufgabe. Ich musste überlegen, welche Funktionen für Nutzerinnen und Nutzer einen echten Mehrwert darstellen und an welcher Stelle sie bereit wären, für ein erweitertes Angebot zu bezahlen.
5. Marktanalyse und Risiken
Ein weiterer wichtiger Teil des Projekts war die Markt- und Wettbewerbsanalyse. Dabei stellte sich heraus, dass es bereits viele Lösungen für einzelne Bereiche gibt. Manche Anwendungen konzentrieren sich auf Trainingsplanung, andere auf Vereinsorganisation oder Kommunikation. TeamCoachPlus sollte sich dadurch abheben, dass Trainingsplanung, Datenanalyse, Teamverwaltung und KI-Unterstützung in einer Plattform zusammengeführt werden.
Im Projektverlauf beschäftigte ich mich außerdem mit der Finanzplanung und möglichen Risiken. Dazu gehörten Entwicklungskosten für die App, Kosten für Datenbanken, KI-Funktionen, Hosting, Wartung, Marketing und Support. Gleichzeitig musste ich realistisch einschätzen, wie viele Nutzerinnen und Nutzer erreichbar sein könnten und welche Umsätze aus Abonnements oder Vereinslizenzen entstehen könnten.
Dieser Teil war besonders herausfordernd, da Prognosen immer auf Annahmen beruhen. Ich habe gelernt, Zahlen nicht nur als überzeugendes Element für einen Pitch zu nutzen, sondern sie kritisch zu hinterfragen und nachvollziehbar zu begründen. Zu den Risiken gehören beispielsweise technische Abhängigkeiten, Entwicklungskosten, Datenschutzanforderungen und eine möglicherweise geringe Zahlungsbereitschaft der Zielgruppe.
6. Pitch und Präsentation
Besonders intensiv war für mich die Vorbereitung des Pitches. Die gesamte Idee musste auf eine verständliche, strukturierte und überzeugende Präsentation reduziert werden. Dabei konnte ich Fähigkeiten aus vorherigen Modulen anwenden und vertiefen. Ich musste die Problemstellung klar formulieren, den Nutzen der Lösung sichtbar machen, die Zielgruppe benennen und das Geschäftsmodell verständlich erklären.
Gleichzeitig durfte der Pitch nicht zu viele Details enthalten. Diese Reduktion auf die Kernbotschaft war eine wichtige Lernerfahrung. Ich habe verstanden, dass eine gute Präsentation nicht bedeutet, möglichst viele Informationen zu zeigen. Viel wichtiger ist, dass das Publikum schnell versteht, welches Problem gelöst wird, warum die Lösung relevant ist und wodurch sie sich von bestehenden Angeboten unterscheidet.
7. Kompetenzerwerb
Durch das Projekt konnte ich mehrere neue Kompetenzen aufbauen. Dazu gehören unternehmerisches Denken, die Entwicklung und Bewertung digitaler Geschäftsmodelle, Markt- und Zielgruppenanalyse, Finanz- und Risikoplanung sowie Pitching. Gleichzeitig konnte ich bereits bekannte Kompetenzen weiter vertiefen. Besonders die strukturierte Problemlösung, die Konzeptentwicklung, das Analysieren von Nutzerbedürfnissen und die adressatengerechte Präsentation spielten eine wichtige Rolle.
Das Projekt hat mir außerdem gezeigt, dass Kreativität und wirtschaftliches Denken eng miteinander verbunden sind. Eine kreative Idee wird erst dann zu einer tragfähigen Geschäftsidee, wenn sie einen klaren Nutzen stiftet und realistisch umgesetzt werden kann.
8. Beruflicher Transfer und Fazit
Für meine berufliche Zukunft hat TeamCoachPlus einen hohen Nutzen. Im Bereich Digital Business geht es häufig darum, Probleme von Nutzerinnen und Nutzern zu verstehen und daraus passende digitale Lösungen abzuleiten. Auch bei digitalen Angeboten im Gesundheitswesen oder bei internen Prozessen steht zunächst die Frage im Mittelpunkt, welches Bedürfnis besteht und wie dieses verständlich, sicher und effizient erfüllt werden kann.
Die Arbeit an TeamCoachPlus hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Nutzerperspektive, wirtschaftliche Anforderungen, technische Möglichkeiten und Risiken gemeinsam zu betrachten. Rückblickend war TeamCoachPlus für mich mehr als eine theoretische Projektaufgabe. Das Projekt verband meine persönliche Erfahrung aus dem Vereinsleben mit den Methoden und Inhalten des Studiums. Ich konnte eine konkrete Alltagserfahrung in eine digitale Geschäftsidee überführen, diese strukturiert ausarbeiten und überzeugend präsentieren.
Für die Zukunft möchte ich die dabei erworbenen Kompetenzen weiter nutzen, insbesondere bei der Entwicklung nutzerorientierter digitaler Lösungen, im Anforderungsmanagement und bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten.
D15 Master Thesis Proposal
Im Modul D15 Thesis Proposal habe ich mich intensiv mit der Planung und Vorbereitung meiner Masterarbeit beschäftigt. Im Mittelpunkt stand die Eingrenzung eines Forschungsgebiets, die Entwicklung einer geeigneten Forschungsfrage und die Begründung ihrer Relevanz für das Digital Business. Mein Thema lautet:
„Akzeptanz digitaler Self-Service-Angebote bei Versicherten einer gesetzlichen Krankenversicherung – eine empirische Untersuchung am Beispiel der Online-Mitgliedschaftserklärung der AOK Sachsen-Anhalt.“
Ausgehend von diesem Thema habe ich untersucht, welche Faktoren die Akzeptanz und Nutzung digitaler Self-Service-Angebote beeinflussen. Dabei lag mein Fokus insbesondere auf Benutzerfreundlichkeit, Vertrauen, Datenschutz, digitaler Kompetenz und der allgemeinen Bekanntheit des Angebots. Ziel meiner Arbeit ist es, mögliche Nutzungsbarrieren zu identifizieren und daraus konkrete Optimierungsmöglichkeiten für das digitale Angebot der AOK Sachsen-Anhalt abzuleiten.
Im Rahmen des Thesis Proposals habe ich außerdem einen theoretischen Rahmen entwickelt und mich unter anderem mit dem Technology Acceptance Model nach Davis auseinandergesetzt. Darüber hinaus beschäftigte ich mich mit dem Forschungsstand, der Struktur eines wissenschaftlichen Exposés sowie dem methodischen Aufbau meiner geplanten Untersuchung. Dazu gehörten Überlegungen zum Forschungsdesign, zur Zielgruppe, zum Feldzugang, zur Entwicklung eines Fragebogens sowie zu möglichen ergänzenden Interviews oder Usability-Tests.
Aktueller Stand der Forschung:
1. Akzeptanz digitaler Gesundheitsangebote
Quelle: Healthcare consumers’ acceptance and use of digital health technologies: A systematic review and meta-analysis (2026)
- Untersucht 78 wissenschaftliche Publikationen
- Wichtige Faktoren: Vertrauen, wahrgenommener Nutzen, Benutzerfreundlichkeit, technische Selbstwirksamkeit und Unterstützung
- Relevanz: Liefert eine Grundlage zur Analyse möglicher Nutzungsbarrieren bei der Online-Mitgliedschaftserklärung
- Seriosität: Sehr hoch, da systematische Literaturübersicht mit Meta-Analyse auf Basis etablierter Datenbanken
2. Technology Acceptance Model
Quelle: Dweikat, Dwaikat & Shawahna (2026): Adopting and validating a technology acceptance model-based paradigm …, PLOS Digital Health
- Betrachtet Akzeptanz elektronischer Gesundheitsinformationssysteme.
- Wahrgenommene Nützlichkeit und Benutzerfreundlichkeit beeinflussen die Nutzungsabsicht
- Das Modell erklärte 74 Prozent der Varianz der Nutzungsabsicht.
- Seriosität: Hoch, da wissenschaftliche Veröffentlichung in PLOS Digital Health mit quantitativem Forschungsdesign
3. Digitale Gesundheitskompetenz
Quelle: Lessons Learned About Digital Health Tool Acceptability Among Rural Older Adults: Systematic Review (2026), JMIR Aging
- Analysiert 38 Studien zur Akzeptanz digitaler Gesundheitsangebote
- Digitale Angebote müssen verständlich, leicht bedienbar und erkennbar nützlich sein
- Digitale Kompetenz, Vertrauen und Unterstützung fördern die Nutzung
- Seriosität: Sehr hoch, da systematische Übersichtsarbeit nach PRISMA-Leitlinien und Veröffentlichung in JMIR Aging
Buchvorstellung
Martin Lohse: Von der Selbstbedienung zum Self-Service – Wege zur Integration von Prozessbeteiligten
1. Bibliografische Angaben
Lohse, Martin (2016): Von der Selbstbedienung zum Self-Service – Wege zur Integration von Prozessbeteiligten. Wiesbaden: Springer Gabler.
2. Anlass der Buchauswahl
Für meine Buchbesprechung habe ich das Fachbuch Von der Selbstbedienung zum Self-Service – Wege zur Integration von Prozessbeteiligten von Martin Lohse ausgewählt. Die Wahl steht in engem Zusammenhang mit dem Modul D15 Thesis Proposal und meinem geplanten Masterarbeitsthema. In meiner Masterarbeit beschäftige ich mich mit der Akzeptanz digitaler Self-Service-Angebote bei Versicherten einer gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei untersuche ich am Beispiel der Online-Mitgliedschaftserklärung der AOK Sachsen-Anhalt, welche Faktoren die Nutzung eines digitalen Angebots beeinflussen und welche Optimierungsmöglichkeiten sich daraus ableiten lassen.
Das Buch bietet dafür eine passende theoretische Grundlage. Es betrachtet Self-Service nicht nur als technische Selbstbedienung, sondern als bewusste Einbindung von Kundinnen, Kunden oder anderen Prozessbeteiligten in einen Dienstleistungsprozess. Diese Perspektive ist für digitale Angebote einer Krankenkasse besonders relevant. Wenn Versicherte eine Mitgliedschaft online abschließen, übernehmen sie einen Teil der Prozessschritte selbst. Damit dies gut funktioniert, muss der Ablauf verständlich, zugänglich und vertrauenswürdig gestaltet sein.
3. Zentrale Inhalte des Buches
Martin Lohse beschäftigt sich mit der Entwicklung von klassischen Selbstbedienungsangeboten hin zu einem umfassenderen Verständnis von Self-Service. Während Selbstbedienung häufig lediglich bedeutet, dass Kundinnen und Kunden eine Aufgabe eigenständig durchführen, beschreibt Self-Service eine stärkere Integration der Nutzerinnen und Nutzer in einen Prozess. Das bedeutet, dass sie nicht nur einzelne Schritte selbst ausführen, sondern aktiv in die Leistungserstellung eingebunden werden.
Das Buch verdeutlicht, dass Self-Service-Angebote für Organisationen verschiedene Vorteile haben können. Prozesse können schneller, effizienter und für beide Seiten flexibler gestaltet werden. Nutzerinnen und Nutzer erhalten die Möglichkeit, Leistungen zeit- und ortsunabhängig in Anspruch zu nehmen. Für Unternehmen und Organisationen kann dies zu einer Entlastung von Mitarbeitenden, einer besseren Prozessqualität und einer effizienteren Nutzung von Ressourcen führen.
Gleichzeitig macht Lohse deutlich, dass Self-Service nicht automatisch erfolgreich ist. Die Einbindung von Prozessbeteiligten verändert Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Erwartungen. Nutzerinnen und Nutzer müssen verstehen, was sie tun sollen, welche Informationen benötigt werden und welchen Nutzen der digitale Prozess für sie hat. Wenn ein Angebot unübersichtlich, kompliziert oder technisch fehleranfällig ist, kann dies zu Unsicherheit, Abbrüchen oder Ablehnung führen. Deshalb sind eine verständliche Gestaltung, klare Kommunikation und eine Orientierung an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer zentrale Voraussetzungen für erfolgreiche Self-Service-Angebote.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gestaltung der Prozesse. Lohse beschreibt, dass Self-Service-Angebote nicht nur aus einer digitalen Oberfläche bestehen. Sie müssen in die dahinterliegenden Organisations- und Dienstleistungsprozesse eingebunden sein. Dazu gehören beispielsweise klar definierte Zuständigkeiten, zuverlässige Daten, geeignete Schnittstellen und die Möglichkeit, bei Problemen Unterstützung zu erhalten. Die technische Lösung allein reicht somit nicht aus. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Technologie, Prozessgestaltung und Nutzerorientierung.
4. Bezug zu meinem Thesis Proposal
Die Inhalte des Buches lassen sich direkt auf mein Thesis Proposal übertragen. Die Online-Mitgliedschaftserklärung der AOK Sachsen-Anhalt ist ein Beispiel für einen digitalen Self-Service-Prozess. Versicherte können ihre Mitgliedschaft online beantragen und dadurch Teile eines klassischen Verwaltungsprozesses selbstständig durchführen. Für die AOK kann dies Prozesse vereinfachen und beschleunigen. Für Versicherte kann es eine flexible und zeitgemäße Alternative zu Papierformularen, telefonischer Beratung oder einem persönlichen Besuch darstellen.
Das Buch hilft dabei, die Nutzung eines solchen Angebots nicht nur aus technischer Sicht zu betrachten. Es macht deutlich, dass die Akzeptanz davon abhängt, ob Nutzerinnen und Nutzer den Prozess verstehen, ihn als hilfreich wahrnehmen und ihn ohne unnötige Hürden durchführen können. Diese Aspekte stehen auch im Mittelpunkt meiner geplanten Untersuchung. Ich möchte analysieren, welche Faktoren die Nutzung der Online-Mitgliedschaftserklärung fördern oder hemmen. Dazu gehören insbesondere Benutzerfreundlichkeit, wahrgenommener Nutzen, Vertrauen, Datenschutz und digitale Kompetenz.
Besonders relevant ist die im Buch beschriebene Integration von Prozessbeteiligten. Bei der Online-Mitgliedschaftserklärung übernehmen Versicherte Aufgaben, die früher stärker durch Mitarbeitende begleitet wurden. Daraus ergibt sich die Verantwortung, den Prozess so zu gestalten, dass wichtige Informationen verständlich dargestellt werden und mögliche Unsicherheiten frühzeitig reduziert werden. Falls Nutzerinnen und Nutzer an einzelnen Stellen Unterstützung benötigen, sollten diese Hilfen leicht auffindbar und passend zum jeweiligen Prozessschritt sein.
5. Kritische Bewertung
Das Buch ist für meine Arbeit besonders hilfreich, weil es Self-Service umfassend aus der Perspektive von Prozessen, Organisationen und Nutzerinnen beziehungsweise Nutzern betrachtet. Die Darstellung ist strukturiert und verdeutlicht, dass Digitalisierung nicht allein aus der Einführung neuer Technik besteht. Vielmehr müssen Prozesse, Rollen und Bedürfnisse gemeinsam betrachtet werden. Diese ganzheitliche Sichtweise passt gut zu meinem Studiengang Digital Business Management und zu meinem beruflichen Interesse an der Gestaltung digitaler Angebote.
Ein Vorteil des Buches liegt darin, dass es die Rolle der Nutzerinnen und Nutzer ernst nimmt. Digitale Self-Service-Angebote können nur dann erfolgreich sein, wenn Menschen bereit und in der Lage sind, sie zu nutzen. Das Buch liefert damit eine gute Grundlage, um die Akzeptanz digitaler Prozesse zu verstehen. Außerdem hilft es, die Perspektive der Organisation mit der Perspektive der Nutzenden zu verbinden.
Kritisch ist anzumerken, dass das Buch im Jahr 2016 erschienen ist. Seitdem haben sich digitale Technologien, mobile Anwendungen und KI-gestützte Services deutlich weiterentwickelt. Aktuelle Themen wie generative Künstliche Intelligenz, digitale Identitäten, Apps oder neue Datenschutzanforderungen werden deshalb nicht vollständig abgedeckt. Für meine Masterarbeit reicht das Buch daher nicht als einzige Quelle aus. Es sollte durch aktuelle Studien zur Akzeptanz digitaler Gesundheitsangebote, zum Technology Acceptance Model sowie zu digitaler Gesundheitskompetenz ergänzt werden.
Trotz dieses zeitlichen Abstands bleibt der grundlegende Gedanke des Buches aktuell. Menschen müssen digitale Prozesse verstehen, ihnen vertrauen und einen konkreten Nutzen erkennen können. Diese Faktoren sind auch bei modernen digitalen Angeboten weiterhin entscheidend. Aus meiner Sicht eignet sich das Buch deshalb besonders als theoretische und konzeptionelle Grundlage, während aktuelle wissenschaftliche Studien die heutigen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ergänzen.
6. Persönliches Fazit
Die Buchbesprechung hat mir gezeigt, dass digitale Self-Service-Angebote weit mehr sind als eine technische Alternative zu klassischen Prozessen. Sie verändern die Rolle der Nutzerinnen und Nutzer, da diese aktiv an der Leistungserstellung beteiligt werden. Für Organisationen bedeutet dies, Prozesse konsequent aus Sicht der Nutzenden zu gestalten und neben Effizienz auch Verständlichkeit, Vertrauen und Unterstützung zu berücksichtigen.
Für mein Thesis Proposal und meine spätere Masterarbeit bietet das Buch eine wichtige Grundlage. Es hilft mir, die Online-Mitgliedschaftserklärung nicht nur als digitale Anwendung, sondern als integrierten Prozess zwischen Versicherten und Krankenkasse zu betrachten. Die Erkenntnisse unterstützen mich dabei, mögliche Barrieren zu identifizieren und konkrete Verbesserungsvorschläge aus Nutzerperspektive zu entwickeln.
Auch für meine berufliche Zukunft ist das Thema relevant. Im Bereich Digital Business und besonders im Umfeld einer gesetzlichen Krankenversicherung müssen digitale Angebote sowohl wirtschaftlich sinnvoll als auch für unterschiedliche Nutzergruppen zugänglich sein. Das Buch hat mein Verständnis dafür gestärkt, dass erfolgreiche Digitalisierung nur dann entsteht, wenn Technik, Prozesse und Menschen sinnvoll miteinander verbunden werden.
Ein weiterer Bestandteil des Moduls war die Präsentation meiner Forschungsfrage und Forschungsmethode vor den Kommilitoninnen und Kommilitonen. Durch die anschließende Rückmeldung und das Peer Assessment konnte ich mein Thema weiter schärfen und offene Punkte erkennen. Die individuellen Beratungsgespräche haben mir zusätzlich geholfen, die Struktur und Zielsetzung meines Exposés zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
Durch das Modul habe ich gelernt, ein umfangreiches Forschungsthema systematisch einzugrenzen und in eine präzise Forschungsfrage zu überführen. Außerdem konnte ich meine Fähigkeiten in der wissenschaftlichen Planung, Präsentation und kritischen Reflexion weiter ausbauen. Das Thesis Proposal bildete damit eine wichtige Grundlage für die Vorbereitung meiner Masterarbeit und den Übergang von der theoretischen Auseinandersetzung zur eigenständigen empirischen Forschung.